Adaptiver Content und das CMS der Zukunft

In Amerika bereits gang und gäbe, in Deutschland vielleicht DAS Buzz-Word 2015: „Adaptiver Content“ (engl. Adaptive Content). Content Manager stehen heutzutage vor etlichen Herausforderungen. Reichte es bis vor nicht all zu langer Zeit noch aus, „einfach“ neue und interessante Inhalte zu produzieren, so entwickelte sich bis heute in rasender Geschwindigkeit ein hochkomplexer Prozess, der aus dem Zusammenspiel von Inhalts-Recherche, Keyword-Recherche, Content-Produktion, Seeding und Monitoring besteht. Für jeden einzelnen dieser Bereiche braucht man einen soliden Grundstock an Knowhow. In vielen Unternehmen teilen sich diese Aufgaben beispielsweise der Content- und der Social Media Manager.

engl. Adaptive Content

 

COPE – „Create Once, Publish Everywhere!“

Adaptiver Content soll die Verbreitung von Inhalten nun vereinfachen. Die Grundidee hinter der neuen Form des Content Managements ist einfach. Es wird ein CMS implementiert, in dem Content so aufbereitet wird, dass er nach der Erstellung für sämtliche Kanäle zur Verfügung steht, ohne weiter angepasst werden zu müssen. Dies ist nur dadurch möglich, dass die Bausteine wie Text, Bilder, Filme, Tonspuren und Grafiken unabhängig vom späteren Erscheinungsbild (Layout) in das System eingepflegt werden. So entsteht „Adaptive Content“, der sich quasi automatisch an die jeweilige Umgebung und deren Anforderungen anpasst.

Das amerikanische National Public Radio (NPR) arbeitet schon lange nach der Devise COPE – „Create Once, Publish Everywhere!“

Adaptiver Content: NPR Architektur Diagramm

Dieses Diagramm zeigt die NPR Content Management Pipeline und wie sie die Prinzipien von COPE umsetzt. Das Grundprinzip besteht darin, dass Inhaltsproduzenten und Übernahmeskripte den Content in ein einziges System (bzw. eine Reihe eng verbundener Systeme) einfließen lassen. Einmal eingegeben, kann die Verteilung des gesamten Inhalts einheitlich gehandhabt werden, unabhängig vom Inhaltstyp oder den Zielplattformen.
(Grafik und Original Bildunterschrift: www.programmableweb.com/news/cope-create-once-publish-everywhere/2009/10/13)

 

National Public Radio CMS Insights

Hier die Eingabemaske des CMS von NPR:
Adaptiver Content: Eingabemaske des CMS von NPR

 

Und so funktioniert das Ganze:

Das vorbereitete Thema bzw. der vorbereitete Content wird vom Redakteur in seine Bestandteile zerlegt. Umfangreiche Texte bestehen zumeist aus Titel, Subtitel, Teaser, Haupttext und einer Zusammenfassung. Hinzu kommen noch etliche Meta-Angaben und Zusatzinformationen. Im CMS gibt es dann für jeden Textbaustein ein eigenes Eingabefeld. Dadurch erhält der gesamte Content eine sowohl inhaltlich als auch technisch optimale Struktur.

 

Adaptiver Content – die Vorteile

Jeder dieser Bausteine wird für die Darstellung auf den verschiedenen Plattformen und Endgeräten benötigt. Wie der leidgeprüfte Content Manager weiß, hat jede Plattform auch ihre ganz besonderen Eigenheiten im Bezug auf die Darstellung bzw. das Layout. Das „Responsive Design“ ist hierbei bereits eine enorme Erleichterung, wenn es darum geht, ein Layout auf verschiedene Endgeräte anzupassen. Doch hat auch diese Darstellungsform ihre Grenzen. So ist es beispielsweise nicht möglich, via Responsive Design ein und denselben Inhalt gleichzeitig für Apps, Emails, Social Media etc. passend anzulegen.

Und genau an diesem Punkt setzt das ausgefeilte CMS Adaptive Content an. Durch die Meta-Angaben der verschiedenen Bausteine können sich die verschiedenen Plattformen exakt die Content-Snippets zurechtziehen, welche für eine angepasste Darstellung des Inhalts sorgen.

Daraus ergeben sich einige entscheidende Vorteile für den Redakteur. Zum einen muss der Publisher seine Texte nicht wieder und wieder neu umformatieren. Das spart Arbeitszeit und minimiert die Initialleistung. Zum anderen erhält der Redakteur eine wesentlich umfangreichere Übersicht über die einzelnen plattformrelevanten Textbausteine. Diese klare Übersicht kann zu einer besseren Stimmigkeit der Texte im Bezug auf beispielsweise den Kontext der Plattform führen.

Zusätzlich wird es – bedingt durch technische Neuerungen – schon bald schier unmöglich sein, seinen Content auf jedes Endgerät und jede Plattform anzupassen. Durch diese Form der Content-Kreation kann man sich allerdings sicher sein, dass nur die richtigen Bausteine für jedes Gerät ausgeliefert werden.

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Über Julius Huber

Julius ist Student, Jungunternehmer im Digital Business und Onlinemarketing-Autodidakt. Das bringt er unter einen Hut zusammen mit vielseitiger Unterstützung für catchyou im sehr abwechslungsreichen Tagesgeschäft. Außerdem findet er immer wieder spannende News im Netz, die er ansprechend und leicht verständlich für unsere Blogbeiträge aufbereitet. Wer uns besuchen kommt, wird seinem Münchner Charme im Handumdrehen erliegen - also Vorsicht!