Live is Life – Facebook Live ist da

Endlich ist es soweit, Facebook Live ist seit letzter Woche in über 60 Ländern für alle User nutzbar. Facebook hat schnell auf den neuen Livestream-Trend reagiert und wird damit wohl zum größten Albtraum für Periscope und Twitter werden.

Facebook-Live-Streaming

Mit Facebook Live ist es seit heute möglich, über die Facebook-App einen Livestream aufzunehmen und in seiner Chronik abzuspeichern.

In 3 einfachen Schritten zum globalen Live-Streaming Star:

  1. In der App das Statussymbol anklicken
  2. Das Facebook Live Symbol anklicken (ein Mensch mit drei Heiligenscheinen – Zufall?)
  3. Auf „Livestream starten“ drücken und schon kann man weltweit vor Zuschauern agieren.

Noch ist Facebook Live nicht in all seinen Möglichkeiten ausgerollt, aber innerhalb der nächsten Wochen wird es in Facebook zur Komplettimplementierung kommen. Innerhalb der App wird es dann einen eigenen Facebook Live Videobereich geben, in dem man über die Facebook Live Map sehen kann, wer gerade wo online einen Stream anbietet und kann sich bei Gefallen dann dazu schalten.

Im Videobereich wird es dann möglich sein, Videos nach Interessen und Relevanz, und Freunden zu entdecken und zu sortieren.

  1. Die Live Streams können mit Mitgliedern von Gruppen oder in Gruppen und Veranstaltungen geteilt werden.
  2. Die Streams können live kommentiert und mit den neuen Facebook-Reactions versehen werden.
  3. Freunde können eingeladen werden, um der jeweiligen Facebook Live Session zuzuschauen.
  4. Nach dem Lifestreaming wird der Post in der jeweiligen Chronik gespeichert und kann dann jederzeit erneut abgespielt werden.
  5. Eine Neuerung zu anderen Mobile-Streamingdiensten ist, dass im Replay auch die Kommentare in der zeitlichen Chronologie ablaufen können (wenn man dies entsprechend einstellt).

Jeder ist nun ein Star

Facebook hat mit seiner Facebook Mention im letzten Jahr schon ziemlich erfolgreich getestet, wie sich das Live-Streaming entwickeln wird. In dieser App konnte man ausgewählten Stars wie Miley Cyrus und Dwayne „the Rock“ Johnson folgen, aber nicht selber streamen. Genau diese Funktion wurde Ende letzten Jahres auch ausgewählten Influenzern in Deutschland zugeteilt, wie zum Beispiel Jan Böhmermann, der seine Hashtagkonferenzen sowohl über Facebook Live, als auch über den Konkurrenten Periscope aufnahm. Hierbei war zu beobachten, dass es zwar weitaus mehr Zuschauer über Facebook gab, aber die größere Interaktion bei Pericscope zu finden war.

Facebook ermöglicht nun das mobile Live-Streamen für jedermann – und jeder kann auch jedem folgen. Die 15 Minuten Ruhm für alle, die Andy Warhol schon in den 60-er Jahren des letzten Jahrhunderts voraussagte, sind damit in greifbare Nähe gerückt.

Ungefilterte Aktualität

Facebook-live-Streaming-Twitter-KursDass dieses Format funktioniert, haben sowohl Meercats, als auch Periscope bewiesen, zuletzt z. B. bei den Anschlägen von Brüssel, als man sich als Zuschauer fast zeitgleich mit Hilfe der Live-Streamings über das Geschehen ungefiltert informieren konnte. Aber diesen Plattformen fehlt bis heute die kritische Masse, um Facebook ernsthaft in Verlegenheit zu bringen.

Wie es aussieht, hat Facebook schnell und sicher auf die Herausforderung reagiert, indem es nun ein Massenpublikum mit Interaktionalität zusammen führt und hat, wie man am heutigen Twitter-Aktienverlauf sieht, (Periscope sollte der neue Boost bei Twitter werden) bei der Konkurrenz für hängende Mundwinkel gesorgt. Die Shareabillity bei Facebook gewährt natürlich einen weiteren Vorsprung zur Konkurrenz.

Welches Potential sich hinter diesen drei einfachen Steps verbirgt, ist momentan noch gar nicht zu ermessen, aber eines steht mit Sicherheit fest: wer diese Neuerung als kleines neues Gadget abtut, kann schon mal anfangen, Brieftauben zu züchten oder wieder in die Zeppelin-Technologie zu investieren.