Schluss mit Adblocker – guter Content kostet Geld

Penetrante Werbung im Internet kann nerven – wer kennt das Problem nicht? Man möchte online einen Artikel lesen, aber plötzlich ist zwischen all den Werbeeinblendungen vom Inhalt so gut wie nichts mehr zu sehen und außerdem der „Schließ mich“-Button der Anzeige einfach nicht zu finden. Die schnelle Lösung: einen Adblocker installieren. Diese Software blockiert die Werbung im Browser und ermöglicht werbefreies Surfen ohne nervige Unterbrechung.

Adblocker-Contentsperre-Beitragsbild

Die Zahl der Adblocker-Nutzer steigt rasant an und alarmiert die Online-Publisher. Denn: Viele Webseiten sind auf die Einnahmen angewiesen, die sie über die Platzierung von Werbung generieren. Adblocker stellen somit eine akute Gefährdung ihrer Existenz dar, weshalb immer mehr Unternehmen beispielsweise mit Content-Sperren reagieren, die man nur mit einem kostenpflichtigen Abo umgehen kann.

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Axel Springer sperrt Massenblatt bild.de für Adblock-User

Ein Aufschrei ging durchs Internet, als Axel Springer – wie andere Plattformen zuvor – im vergangenen Monat zu einer drastischen Maßnahme gegen die Nutzer von Adblockern griff und den Zugriff auf alle Inhalte von bild.de kurzerhand unterband. Nutzer von Werbeblockern werden nun auf eine Informationsseite weitergeleitet, auf der sie aufgefordert werden, ihre Plugins zu deaktivieren, da ohne Werbeeinnahmen kostenloser redaktioneller Inhalt nicht finanziert werden könne. Wer die Inhalte weiterhin werbefrei konsumieren möchte, muss sich das Abo „BildSmart“ zulegen. Für 2,99 € im Monat ist dann nicht nur Werbefreiheit gewährleistet, sondern als positiver Nebeneffekt wird auch die Ladezeit der Website verkürzt. Neben bild.de appellieren weitere redaktionelle Medien wie SPIEGEL ONLINE an ihre Nutzer, die Adblocker abzuschalten, um die Inhalte auch weiterhin kostenfrei für zur Verfügung stellen zu können.

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Googles Antwort auf Werbeverweigerer

Auch das Videoportal Youtube macht Adblock-Nutzern werbefreies Surfen schwer. Während es auf Youtube normalerweise bisher möglich ist, einen Werbeclip nach einigen Sekunden zu überspringen, ist der Link zum Überspringen der Anzeige beim Gebrauch eines Adblockers verschwunden und zwingt den Nutzer so, den Spot in voller Länge anzuschauen.

Mit „Youtube Red“ bietet auch Google eine kostenpflichtige, aber dafür werbefreie Alternative. Während das Abo momentan nur in den USA für 10 Dollar erhältlich ist, soll das Modell in den kommenden Monaten in weiteren Ländern vorgestellt werden.

Ist individuell angepasste Werbung die Lösung?

Es wird deutlich, dass der Einsatz von Adblockern langfristig nicht praktikabel ist. Web-Angebote, die ihre Inhalte kostenlos zugänglich machen, sind einfach auf die Refinanzierung durch Werbeeinnahmen angewiesen. Eine denkbare Lösung wäre, Werbung künftig noch stärker an das User-Verhalten und die Interessen der Nutzer anzupassen, so dass sie nicht mehr als störend, sondern als informativ und mehrwertig empfunden wird.