Windows 9 integriert Sprachassistent Cortana

der integrierte Sprachassistent

Der virtuelle Assistent Cortana wird „the new face of search“

Am 30. September 2014 wird Microsoft in San Francisco sein neues Betriebssystem mit dem aktuellen Titel „Windows Threshold“ der Presse vorstellen. Unter den neuen Eigenschaften befindet sich auch der virtuelle Assistent Cortana, der ursprünglich als Sprachassistent-App für das Windows Phone eingeführt wurde.

Virtuelle Assistenten sind die Nachfolger der herkömmlichen Suche auf mobilen Geräten und stellen damit eine weitere Evolutionsstufe in der Kommunikation zwischen Computer und Mensch dar. Cortana ist vergleichbar mit Apples Siri, die auf iPhones sprachgeleitete Befehle wie beispielsweise Suchanfragen ausführt.

In Windows 9 soll Cortana, wie das Onlinemagazin Neowin berichtetet, alle Funktionen besitzen, die bislang auch schon im Windows Phone enthalten sind und dem Nutzer dabei helfen, produktiver zu sein. Ihm z. B. wichtige Informationen aus persönlichen Interessensgebieten wie Sport oder Hobbys liefern. Dabei kann Cortana – wenn der Nutzer dies erlaubt – viele Daten sammeln, um das jeweilige Verhalten und die Vorlieben zu erkennen und sich entsprechend nach und nach an die individuellen Bedürfnisse des Anwenders anzupassen.

Cortana weiß heute, was du morgen brauchst!

Wie bislang schon beim Windows Phone, wird Cortana auch in Windows 9 die Microsoft-Suchmaschine Bing für Anfragen nutzen und damit dafür sorgen, dass dieses Angebot deutlich mehr Anwendern bekannt wird als bisher. Außerdem kann Cortana plattformübergreifend sowie auf Windows-Smartphones mit den Informationen arbeiten, die während der Nutzung des PCs erlernt wurden. Das und das enge Zusammenspiel mit Bing könnten dazu führen, dass Cortana beispielsweise um die Restaurant-Vorlieben des Nutzers weiß und bei einem unterwegs angesetzten Meeting vorschlägt, dieses in einem diesen Vorlieben entsprechenden und nicht in irgendeinem anderen Restaurant in der Nähe abzuhalten. Cortana greift auch auf Daten der Bing-Websuche zu und kann beispielsweise erkennen, dass der Anwender eben erst nach einem bestimmten Rezept gesucht hat. Das entsprechende Gericht würde dann bei neu angeforderten Rezeptvorschlägen in den folgenden Tagen weiter unten platziert, um Abwechslung zu bieten. Den größten Vorteil von Cortana hätten also Nutzer, die Bing als Suchmaschine verwenden und ein Windows-Smartphone besitzen.

Bei all der Unterstützung, die Bing aktuell für Cortana aufbringt, wird trotzdem heiß spekuliert, ob Bing der Marke Cortana irgendwann einmal untergeordnet werden wird. Wie sich das Verhältnis der Suchmaschine und dem virtuellen Assistenten entwickeln wird, bleibt abzuwarten. Auf jeden Fall wird die Technologie unabhängig von der sichtbaren Marke im Hintergrund bestehen bleiben, da Bing ja letztendlich die Suchergebnisse für die Anwendung Cortana liefert.

Cortana – Neue Features machen den Unterschied

Neben den Eigenschaften einer „normalen“ Suchmaschine soll Cortana angeblich noch weitere Features enthalten, die sie von den aktuellen Global Playern abhebt. Seit rund einem halben Jahr versucht Microsoft durch Verhandlungen mit potenziellen Partnern, an Informationen zum TV-Programm zu kommen, die man für diesen virtuellen Assistenten nutzen kann.

Konkret geht es um TV- und EPG-Daten, also Informationen zu den laufenden Sendungen und dem nachfolgenden Programm. Microsoft bot den Verlagen bei den Gesprächen an, eine Schnittstelle zwischen Cortana und den von ihnen entwickelten Apps zu nutzen. Ein Anwender, der Cortana nach dem TV-Programm fragt, würde somit künftig auf Wunsch auch in die jeweilige TV-App eines bestimmten externen Anbieters weitergeleitet werden, heißt es.

Fazit

Cortana ist Microsofts Antwort auf Apples clevere Assistentin Siri, die bisher ein Alleinstellungsmerkmal des iPhones war. Die Tatsache, dass Microsoft Cortana jetzt auch tief in Windows 9 unterbringt, macht dieses Betriebssystem für viele noch interessanter. Durch die Vielzahl der Assistenzfunktionen in Verbindung mit der plattformübergreifende Nutzung hebt sich Microsoft von seinem ärgsten Konkurrenten ab und ist Apple – zumindest aktuell – mal einen kleinen Schritt voraus. Wir können gespannt sein, was sich Microsoft als nächstes ausdenken wird.

Nachtrag der Redaktion: Microsoft stellte das neue Betriebssystem überraschend unter dem Namen Windows 10 vor.